Vor rund einem Jahr kam mein ehemaliger Lehrer an der HTL Pinkafeld, OStR Prof. Dipl.-Ing. Josef Musser, mit einer Idee auf uns zu: Er wollte ein nachhaltiges Projekt finanzieren. Für mich war sofort klar, dass darin eine große Chance steckt. Ich bin selbst Absolventin der Abteilung Gebäudetechnik und heute als Lehrerin tätig. In meinem Unterricht – von Sanitärtechnik über Technisches Zeichnen bis hin zu Konstruktionsübungen und Mechanik – sehe ich täglich, vor welchen Herausforderungen Schülerinnen und Schüler stehen. Besonders das räumliche Vorstellungsvermögen fällt vielen zunehmend schwer, ist aber eine zentrale Grundlage für die Planung technischer Anlagen.
Gleichzeitig bieten moderne 3D-Darstellungsmöglichkeiten ganz neue Wege, diese Fähigkeiten zu fördern. Aus dieser Überlegung heraus entstand die Idee für eine Diplomarbeit mit dem Titel „3D-Druck von Unterrichtsmaterial“. Ziel war es, Inhalte aus dem Technischen Zeichnen nicht nur digital, sondern auch greifbar zu machen.
Dank der finanziellen Unterstützung von Prof. Musser konnten wir einen 3D-Drucker anschaffen und die entworfenen Modelle tatsächlich produzieren. Heute können unsere Schülerinnen und Schüler die Objekte nicht nur sehen, sondern in die Hand nehmen und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.
Die Umsetzung lag in den Händen engagierter Diplomandinnen und Diplomanden: Lea Mühl sowie Galea Daniel Henoch, Kai Meyer und Lukas Schmidt entwickelten die 3D-Modelle mit großem Einsatz und viel technischem Geschick.
Dass dieses Projekt über unsere Schule hinaus Wirkung zeigt, freut mich besonders. So wurde auch die Schulleiterin der Volksschule Unterwart, Gabriele Szabo, darauf aufmerksam und kontaktierte mich mit der Frage, ob wir einen sogenannten Mahlreihenturm für ihre Schülerinnen und Schüler drucken könnten. Ende April konnten wir dieses Lernhilfsmittel erfolgreich übergeben.
Für mich ist dieses Projekt ein schönes Beispiel dafür, wie generationenübergreifende Zusammenarbeit funktionieren kann: vom ehemaligen Lehrer zur ehemaligen Schülerin – heute Lehrerin – weiter zu unseren aktuellen Schülerinnen und Schülern und schließlich hin zu den Kindern der Volksschule. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, entsteht etwas, das weit über den ursprünglichen Rahmen hinausgeht.
Ich bin dankbar, ein Teil dieses Projekts zu sein und zu sehen, wie aus einer Idee etwas wird, das Lernen greifbar macht – im wahrsten Sinne des Wortes.

